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WordPress · Wartung · Mai 2026

Was kostet WordPress-Wartung wirklich?

Pauschalen zwischen € 29 und € 499 im Monat – was steckt wirklich dahinter? Hier die ehrliche Aufschlüsselung nach Stunden und Aufgaben.

8 Min · von Edgar Oganisjan

„Wartung ab € 29/Monat“ klingt verlockend – und ist meistens ein Lockangebot. „Wartung € 499/Monat“ klingt überzogen – ist aber für komplexe Shops oft fair. Wo zwischen diesen Extremen die Wahrheit liegt, hängt von vier konkreten Faktoren ab. Hier eine ehrliche Stundenrechnung statt Marketing-Pauschalen.

Was zur Wartung dazu gehört

WordPress-Wartung ist mehr als „Plugins updaten“. Ein vollständiges Paket umfasst:

  1. Updates – WordPress-Core, Theme, alle Plugins, PHP-Version. Pro Update-Zyklus 30–60 Min, wenn alles glatt läuft. Bei Konflikten gerne 2–4 Stunden.
  2. Backups – täglich automatisch, Wochen-/Monats-Versionen extern gespeichert (3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 Medien, 1 offsite). Setup einmalig, dann automatisch.
  3. Security-Monitoring – Wordfence/Solid Security, Login-Schutz, 2FA, Malware-Scans. Wöchentlich Reports prüfen, Alerts behandeln.
  4. Uptime-Monitoring – externe Tools wie UptimeRobot, Better Uptime mit SMS-/E-Mail-Benachrichtigung bei Ausfällen.
  5. Performance-Checks – monatlich Lighthouse-Audit, Web-Vitals in der Search Console, ggf. Cache-Konfiguration anpassen.
  6. Datenbank-Optimierung – Spam-Kommentare löschen, Revisions begrenzen, Tabellen optimieren. Quartalsweise.
  7. Inhalts-Anpassungen – kleine Texte, Bilder, neue Beiträge. Je nach Paket 0,5–4 Stunden inklusive.
  8. Kommunikation & Support – Mail-Antworten, Telefonate, Statusberichte.

Realistische Stundenkalkulation

Eine durchschnittliche WordPress-Site mit 5–15 Seiten und 10–15 Plugins braucht im Monat:

Aufgabe Stunden/Monat
Updates (Core/Theme/Plugins)0,75–1,5
Backup-Verifikation0,25
Security-Monitoring & Alerts0,25–0,5
Performance-Audit0,25
Inhalts-Anpassungen (kleine)0,5–2
Kommunikation & Support0,25–0,75
Gesamt2,25–5,25 Std.

Bei einem fairen Stundensatz von € 75–110 (Agentur in AT/DE) ergibt das ein realistisches Wartungspaket zwischen € 79 und € 249/Monat. Alles darunter heißt: entweder läuft etwas nicht oder du wirst quersubventioniert (was nie lange gut geht).

Was bei „€ 29/Monat“ wirklich passiert

Solche Pauschalen funktionieren nur in zwei Modellen: Entweder läuft die Wartung komplett automatisiert ohne menschliche Kontrolle (= Updates werden eingespielt, aber niemand prüft, ob die Site danach noch funktioniert), oder es ist ein Lock-In-Angebot, mit dem du dich an einen Hoster bindest, der seine Hauptmarge mit überteuerten Add-ons macht. Beides führt früher oder später zu bösen Überraschungen.

Wann brauchst du mehr als das Standardpaket?

  • WooCommerce-Shop – mehr Plugins, mehr Update-Komplexität, höhere Verfügbarkeitsanforderung. Realistisch € 149–349/Monat.
  • Hoher Traffic (50.000+ Visits/Monat) – aktiveres Performance-Management, stärkeres Hosting. € 249–499/Monat.
  • Komplexe Plugin-Konstellation (20+ Plugins, viele Custom-Anpassungen) – höheres Konfliktrisiko bei Updates.
  • Hohe SLA-Anforderung – garantierte Reaktionszeiten von z. B. 1 Stunde bei kritischen Vorfällen kosten Bereitschaftspauschalen.
  • Mehrsprachigkeit / Multi-Site – jeder Sprachzweig muss separat geprüft werden.

Was du selbst machen kannst (und was nicht)

Klar selbst machbar: kleine Inhaltsänderungen, Beiträge schreiben, Bilder austauschen. Nicht selbst machen ohne Backup-Plan und Erfahrung: Plugin-Updates (besonders Major-Versionen), PHP-Updates, Theme-Updates, Custom-Code-Änderungen, Datenbank-Eingriffe. Ein einziger fehlgeschlagener Update kann eine Site stundenlang offline nehmen – und „mal kurz wiederherstellen“ ist ohne sauberes Backup ein teures Wochenende.

Versteckte Kosten ohne Wartung

  • Ein gehackter WordPress-Shop kostet im Cleanup typisch € 1.500–6.000 plus Reputationsschaden
  • Ein vergessenes PHP-Update führt nach 2–3 Jahren zu „Site funktioniert nicht mehr“ – Migration auf aktuelle PHP-Version dann € 800–2.500
  • Verlorenes Google-Ranking durch Down-Time oder Malware-Markierung lässt sich oft nur über Monate wieder aufbauen
  • DSGVO-Verstoß durch veraltete Plugins mit Datenschutzlücke – potenziell vier- bis fünfstellige Bußgelder

Fazit

Eine Wartung für € 79–249/Monat ist eine günstige Versicherung. Eine Wartung für € 29/Monat ist meist überhaupt keine Wartung. Der Stundensatz, den ein Profi für sauber gepflegte WordPress-Wartung verlangen muss, ergibt sich aus der Stundenkalkulation – und die ist transparent rechnerisch nachvollziehbar. Wer dir weniger verspricht, spart entweder beim Service oder rechnet es woanders nach.

Über den Autor

Edgar Oganisjan ist Gründer von Skins4You und betreut WordPress-Wartungspakete für KMU-Kunden seit 2009.